Quadlikollowitschki

12. September 2006

Mahlzeit, Korrektor G.

Während wir gerade die brandeilige Nachricht vom Tode des Präsidenten als Breaking-News via SMS und Mail rausschicken, im Archiv nach dessen Lebensstationen oder einem Bild recherchieren und erst mal selbst einige Zeilen für die Onlineseiten schreiben, bis die Agentur was liefert, klingelt wieder mal das Telefon – zumindest bei mir -, so der Kollege H. der mürrisch mitteilt, dass er sein Passwort zur Bilddatenbank verlegt hat und ich ihm bitte das wieder besorgen soll, und ruft gleich hinterher Kollegin R. an, weil sie zusätzliche Bretter für den Redaktions-Schrank braucht, angeblich Telefon und Fax kaputt sind, und ja auch die Tür zum Redaktionszimmer nicht mehr schließt, überdies der große Kopierer im Kopiererraum so merkwürdige Geräusche macht.

Außerdem schlägt das Systemwörterbuch des Redaktionssystems ja wieder nur Mist vor, kommt man heute wieder nicht ins Internet und kriegt auffällige viele Spam-Mails. Wann hört das endlich auf?

Aber, eile mit Weile, denn ich muss auf Wunsch des Chefs zügig alle gegenwärtigen und künftigen Planstellen der Redaktionen sowie geplante Abgänge schriftlich festhalten, muss für eine scheidende Sekretärin ein Zeugnis schreiben, muss dem Chef gegenüber Stellung beziehen, warum die Nachrichtenagentur XY plötzlich teurer wird, mit denen gleichzeitig Vertragsgespräche führen, weitere Verträge mit einem Archiv-Dienstleister nach Fallstricken abklopfen, die Investanträge bei den Redaktionen fürs nächste Wirtschaftsjahr anmahnen, bei der Technik nachhaken, warum man heute mit unserem CMS nur so langsam arbeiten kann, die Frage des Chefs beantworten, warum die Meldung vom Tod des Präsidenten noch nicht online steht und einen Termin ausmachen, wann die Vertretung für die Sekretärin X bei Person Y eingearbeitet werden kann, neue Mitteilungen ins Intranet stellen, einige Verlosungspreise für die Computerseite der gedruckten Ausgabe (produzieren wir ebenfalls) klar machen, online eine neue SMS-Verlosung für die Reiseredaktion einrichten.

Zu den letzten vier Punkten komme ich schon gar nicht mehr, weil ich plötzlich von der Chefredaktion herbeigerufen werde und dringend eine geplante Anzeige von einer ganz wichtigen Seite der Druckausgabe wegräumen (lassen) soll. Der zuständige Anzeigenmensch reißt mir fast den Kopf runter, denn wir leben ja von diesen Anzeigen und überhaupt sei die genau so bestellt worden, während der Chefredakteur dafür gar kein Verständnis hat und starr bei seiner Haltung bleibt.

Den inzwischen per Post-fix hinterlassenen Rückrufwunsch beim Kollegen K. tätige ich dann mal zwischen Tür und Angel, der mir aber nur mitteilen möchte, dass die Sekretärin P. leider krank sei und nun wissen möchte, wer stattdessen aufläuft und die Arbeit der Dame macht. Denn in der morgigen Zeitungsausgabe darf es ja keine weißen Löcher geben. Während ich noch telefoniere, steht plötzlich die neue Kollegin H. an meinem Schreibtisch, um mir mitzuteilen, dass sie sich nicht am System anmelden kann. Da könne was nicht stimmen… Inzwischen ist auch der Korrektor G aufgetaucht, der unbedingt morgen und übermogen frei haben muss, obwohl da schon sein einziger Vertreter ohnehin im Urlaub ist.

Mahlzeit! Mahlzeit? Nee, da komme ich mal wieder gar nicht zu…

Anyway. Don’t take it seriously.

😉

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